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Richard Bachman

King ist Bachman - Bachman ist King. Richard Bachman ist das bekannteste Pseudonym von Stephen King, mit dem der Taschenbuchverlag NAL nach dem rasanten Erfolg von "Carrie", "Brennen muss Salem" und "Shining" operierte, weil er befürchtet, der Markt wäre zu schnell übersättigt. Stephen King war es nur recht; er wollte, "dass Bachman sich im Hintergrund hielt", und testen, ob sich seine Romane auch verkaufen, wenn nicht "King" auf dem Cover steht.

Unter dem Pseudonym "Bachmann" sind folgende Romane erschienen:

Der erste der insgesamt sieben Romane, die zwischen 1977 und 1984 unter Bachmans Namen veröffentlicht wurden, war "Amok", der ursprünglich den Titel "Getting lt On" trug und 1971, knapp sechs Jahre vor dem Erscheinen unter Bachman, von Doubleday abgelehnt wurde. Es folgten "Todesmarsch", "Sprengstoff" und "Menschenjagd". Vier Romane, die King lange vor "Carrie" geschrieben hatte und sich deshalb auch maßgeblich davon abheben. Diesen vier Romanen liegt eine strikte, sozialkritische Haltung zugrunde; sie halten den Lesern, vornehmlich der Mittel- und Oberschicht, einen Spiegel vors Gesicht: Menschen, die zum Zwecke der Unterhaltung in den Tod geschickt werden ("Menschenjagd"); Menschen, die Cola-schlürfend dabei zusehen ("Todesmarsch"); Menschen, denen alles wichtiger ist als die Ängste, Nöte und Belange ihrer Mitmenschen ("Amok" und "Sprengstoff"). Die Kluft zwischen Arm und Reich, Macht und Ohnmacht ist groß, und die Wahrheit hinter allem ist: Wer den größten Knüppel hat, hat die meiste Macht. Kings Helden, der Randexistenz entsprungen, lehnen sich auf - und werden für verrückt erklärt. Aber in Wirklichkeit sie sind nur Opfer einer verrückten Gesellschaft. Sie versuchen, normal zu sein, aber in einer falschen Welt kann Normalität sehr, sehr gefährlich werden. Einzig das fünfte Bachman-Buch, "Der Fluch", entstand, als King schon erfolgreich war, und entspricht dank des übersinnlichen Elements eher dem typischen King-Stil. Angeblich wusste aber niemand außer Lektorin Elaine Koster und dem Leiter der Lizenzabteilung bei NAL, wer sich tatsächlich hinter Bachman verbarg. Die offizielle Verlagsvita liest sich so: Richard Bachman ist ein Vietnamveteran, der 1942 geboren wurde, an der University of New Hampshire studiert hatte, bevor er u.a. als Fensterputzer, Fischer, Sicherheitsbeamter und Molkereiwirt arbeitete. Enttarnt wurde King 1985 von dem Buchverkäufer Stephen Brown, der angeregt durch den King'schen Stil in "Der Fluch" die alten Bachman-Büchern hervorkramte und in den Urheberrechtsunterlagen von "Amok" auf Kings Namen stieß - ein Versehen des Verlages, indes die späteren vier Bücher alle auf Richard Bachman eingetragen waren. Am 9. Februar 1985 ließ Joan Smith von den Bangor Daily News mit ihrem Artikel "Fünf King-Romane durch ein Pseudonym zum Mysterium gemacht" die Welt an der Nachricht teilhaben, was die fünf Bachman-Romane wiederum umgehend auf die Bestsellerliste katapultierte. "Aber die Tatsache, dass Der Fluch mit 28.000 Exemplaren verkauft wurde, solange Richard Bachman der Autor war, jedoch 280.000 Exemplare über den Ladentisch gingen, nachdem Stephen King als Autor bekannt wurde, spricht ja auch für sich, nicht?" konterte King in der Einleitung zum flugs vom Verlag nachgereichten Sammelband "Stephen King: The Bachman Books: Four Early Novels" (0.: 1985). Alle weiteren Pläne (der Roman "Sie" war als nächstes Bachman–Buch geplant) wurden begraben. Die Ereignisse um und Erlebnisse mit Bachman verarbeitete King 1989 in dem Roman "Stark", in dem ein enttarnter Schriftsteller von seinem medienwirksam "begrabenen" Pseudonym heimgesucht wird. 1996 lebte Bachman überraschend wieder auf, als auf einen Schlag "Desperation" (als King) und "Regulator" (als Bachman) erscheinen - ein einzigartiges Experiment. Beide Romane behandeln das gleiche Thema, die Geschehnisse um das Monster TAK, nur aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Kritiker warfen King zwar doppeltes Absahnen vor, tatsächlich gelangen dem Autor aber zwei unterschiedliche Romane, von denen "Regulator" weitestgehend dem ungestümen, reißerischen Stil des aus den 80ern bekannten Richard Bachman folgt. Ein weniger bekanntes Pseudonym, unter dem King bislang arbeitete, ist John Swithen. Nur eine einzige Erzählung hat er unter diesem Deckmäntelchen veröffentlicht, und zwar "Das fünfte Viertel" in der Aprilausgabe 1972 der Zeitschrift Cavalier, später erschienen im Sammelband “Nightmares & Dreamscapes” (Alpträume).

Quelle: Marcel Feige, Das große Lexikon über Stephen King

 

Amok

Rage, Roman O.: 1977, Dt.: 1988
Eine Highschool in Maine: Nach einem Gespräch mit dem Rektor erschießt der siebzehnjährige Schüler Charles Decker seine Lehrerin und nimmt seine Mitschüler als Geiseln. Sein Amoklauf löst in der Klasse ein unheimliches Psychospiel aus, das unbewusste Konflikte und Traumata mobilisiert. Die Schüler steigern sich in eine unkontrollierte Wut... Das erste Buch unter dem Pseudonym Richard Bachman, ursprünglich unter dem Titel "Getting it on" verfasst, ist "eines von Kings besten Werken überhaupt", glaubt der amerikanische Horrorexperte S. T. Joshi. Der Roman ist - wie die anderen Bachman-Bücher - in keiner Bedeutung des Wortes eine unheimliche Geschichte, dafür aber eine spannende und psychologisch packende Erzählung. (Quelle: Marcel Feige, Stephen King Lexikon)

Der Roman als Taschenbuch

 

Todesmarsch

The Long Walk Roman, O.: 1979, Dt.: 1987
Todesmarsch ist das zweite Buch unter dem Pseudonym Richard Bachman. Die Zukunft der USA (in diesem Fall 1989) sieht düster aus. Die Bevölkerung ist verarmt, das Militär hat die Macht. Staatschef ist der "Major", der zur allgemeinen Belustigung einen "Todesmarsch" organisiert - einen weltweit im Fernsehen übertragenen Marathon-Marsch auf Leben und Tod, an dem nur die besten hundert Jugendlichen der Staaten im Alter von vierzehn bis sechzehn Jahren teilnehmen dürfen. Sie werden von Soldaten begleitet, die jeden im Schnellverfahren hinrichten, der dreimal zwei Minuten am Stück unter eine Geschwindigkeit von vier Meilen pro Stunde fällt. Perfide und hinterhältig, denn man darf nicht vom Weg abkommen, Verpflegung nur zu festen Zeiten zu sich nehmen, Schlafen überhaupt nicht, und wer mal muß, sollte sich sputen. Am Ende erhebt der letzte der hundert Teilnehmer, der noch am Leben ist, Anspruch auf den Preis: Luxus bis zum Lebensende! Die Gewinnchancen: 1:100. Dieses Szenario erlaubt es King, eine ganze Anzahl deutlicher Seitenhiebe auf die zunehmende Leistungsgesellschaft, die Macht der Medien in unserer Gesellschaft sowie die Dominanz gewalttätiger Sportarten anzubringen. Doch scheint er - wie in "Amok" - mehr an den wechselnden Emotionen der jungen Wettkämpfer unter dem Druck dieser gräßlichen Situation interessiert zu sein schien. Trotz des (Überlebens-) Drucks entwickeln sich unter den ausgesprochen sympathischen Teilnehmern des Todesmarsches freundschaftliche Beziehungen, die am Ende aber doch dem Leistungsdruck weichen müssen, freiwillig oder mit Gegenwehr: Nur einer darf gewinnen. Aber so ist doch das Leben, oder? (Quelle: Marcel Feige, Stephen King Lexikon)

Der Roman als Taschenbuch

 

Sprengstoff

Roadwork, Roman O.: 1981, Dt.: 1986
Das dritte Buch unter dem Pseudonym Richard Bachman. Wie in "Amok" eine Exkursion in die dunklen Abgründe des Ich. Barton George ist Geschäftsführer einer Wäschereifiliale, ein Verlierertyp, der ohne Hoffnung auf sein verpfuschtes Leben zurückblickt, eine zutiefst gespaltene Persönlichkeit. Auch nach drei Jahren hat er den Tod seines kleinen Sohnes Charlie noch nicht überwunden. Jetzt bricht die Welt vollends für ihn auseinander: Sowohl sein Haus, in dem sich so viele Erinnerungen an Charlie verbergen, als auch das Gebäude der Firma, die ihm den letzten Rest Ablenkung verschafft, müssen einer neuen Autobahn weichen. Dawes weigert sich, Alternativen zu akzeptieren. Er will bleiben. Der Abriss des Hauses würde Charlie ein zweitesmal töten, soviel ist klar. Ehefrau Mary verlässt ihn. Die Firma kündigt ihm. George besäuft sich abends vor dem Fernseher. In Alpträumen und verrückten Ausbrüchen, in Gesprächen mit imaginären Freunden beginnt unweigerlich die Selbstzerstörung von George. Sein letzter Halt, eine junge Anhalterin, verlässt ihn ebenfalls. Dem Ende ist kein Aufschub mehr gewährt. George stattet sich mit Waffen und Sprengstoff aus, und als die Bulldozer ankommen, jagt er sie in die Luft... (Quelle: Marcel Feige, Stephen King Lexikon)

Der Roman als Taschenbuch

 

Menschenjagd

The Running Man,RomanO.: 1982, Dt.: 1986
Das vierte Buch unter dem Pseudonym Richard Bachman. "Für 'Menschenjagd' kann kein Lob zu hoch sein. Es ist bei weitem Kings bestes Werk", glaubt der erklärte King-Gegner S. T. Joshi. Wir haben es mit einer relativ nahen Zukunft zutun, dem Jahr 2025. Die Kluft zwischen arm und reich ist riesig geworden. Die Regierung und das Fernsehen haben sich in einer unheiligen Allianz zusammengetan, um die Macht den wenigen Reichen zu erhalten. Das Volk hält man bei Laune mit einer Unzahl makabrer Gameshows. Die populärste Spielshow ist Menschenjagd, in der die Zuschauer im Fernsehen das Schicksal einer Person verfolgen, die einen Monat lang, von einem Killertrupp der Sendung verfolgt, unerkannt in der Welt draußen überleben muss. Für jede Stunde, die er überlebt, bekommt er hundert Dollar, sollte er den Monat durchhalten, den Jackpot: eine Milliarde Dollar. Doch zugleich versuchen alle Zuschauer des weltweiten Programms diese Person aufzuspüren und einen ebenso enormen Preis für ihre Gefangennahme oder Tod zu kassieren. Diesmal ist es Benjamin Richards. Er meldete sich für die Menschenjagd an, um Medizin für seine kranke Tochter kaufen zu können. Ständiger Bedrohung ausgesetzt und in allgegenwärtiger Lebensgefahr schwebend, für eine TV-Show, die mehr ist als nur Massenunterhaltung, die auch dafür sorgt, dass die Gesellschaft von gefährlichen Objekten befreit wird, findet er heraus, dass die Regierung die Städte absichtlich schutzlos den tödlichen Folgen der Luftverschmutzung überläßt, um deren Bewohner auszurotten... Kann Richards das Spiel gewinnen? (Quelle: Marcel Feige, Stephen King Lexikon)
Running Man ist 1987 von Paul Michael Glaser (Regie) als actionreicher Science-Fiction-Thriller umgesetzt worden und bietet hervorragende Unterhaltung. (Mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle)

Der Roman als Taschenbuch

 

Der Fluch

Thinner, Roman, O.: 1985, Dt.: 1986
Das fünfte Buch unter dem Pseudonym Richard Bachman. Billy Halleck ist erfolgreicher Anwalt und fett. Sage und schreibe 246 Kilo bringt er auf die Waage. Doch das hält Ehefrau Heidi nicht davon ab, ihm eines abends während der Heimfahrt eine entspannende Handmassage zuteil werden zu lassen. Ausgerechnet beim Orgasmus tritt die alte Suzanne Lemke auf die Straße, und Billy überfährt sie, bevor er auch nur den Hauch einer Chance hat zu bremsen. Natürlich wird er freigesprochen. Er ist mit dem Richter per Du. Das Opfer ist "nur" eine tote Zigeunerin, deren Familie vom Polizeichef kurzerhand aus der Stadt vertrieben wird. Doch Suzannes Vater Taduz passt Billy vor dem Gerichtssaal ab und belegt ihn mit einem Fluch: "Dünner". Was Billy natürlich lächerlich findet. Innerhalb der nächsten Tage magert Billy auf 173 Kilo ab, und er freut sich, dass seine Diät endlich anschlägt. Als die Pfunde aber weiter purzeln, beginnt er sich Sorgen zu machen. Er schlingt alles in sich hinein, doch er wird dünner und dünner. Ist er krank? Ein Check in einer Klinik bringt nichts zu Tage. Als er erfährt, dass auch der Richter von Taduz berührt wurde und sich seitdem in ein "Raritätenshowmonster" mit einer Schuppenhaut wie ein Krokodil verwandelt und der Polizeichef mit eitrigen Geschwüren überwuchert ist, verliert er das Vertrauen in die Schulmedizin. Doch wer seiner Freunde glaubt schon an einen Fluch? Billy macht sich auf die Suche nach den Zigeunern. (Quelle: Marcel Feige, Stephen King Lexikon)

Der Roman als Taschenbuch

 

Regulator

The Regulators, Roman, O.: 1996, Dt.: 1996
Unter dem Pseudonym Richard Bachman inszeniert Stephen King ein grandioses Experiment: Themen und Figuren sind die gleichen wie in seinem Roman "Desperation" - und doch handelt es sich in Stil und Perspektive um zwei völlig verschiedene Bücher. "Regulator" ist der konventionelle und originellere der beiden Romane. Der Stil des Autors Stephen King ist zwar noch zu erkennen, präsentiert sich jedoch zynischer und ungestümer. Der Aufbau des Romans ist von einer ungewohnten Wildheit; er setzt sich aus Abschnitten mit wechselnden Zeitformen, Tagebucheinträgen, Briefen und Skizzen zusammen, die alles in allem einen Handlungszeitraum von gerade mal zwei Stunden beschreiben. Das für Stephen King wohl Untypischste dürfte jedoch die Handlung sein, die zwar ebenfalls vom Monster TAK ausgeht, das aus der Tiefe der alten China-Mine im Bergwerkskaff Desperation (Nevada) befreit wird, sonst aber gar nichts mit dem Roman "Desperation" zutun hat. Auch ein Großteil der aus "Desperation" bekannten Helden spielen mit, aber alle erfüllen eine andere Funktion. Wentworth ist eine beschauliche Kleinstadt in Ohio. Schauplatz der Ereignisse ist dort nur eine einzige Straße, die Poplar Street, die im Laufe der Geschichte Kraft der Gedanken des jungen, authistischen und deshalb geradezu prädestinierten Seth, seit seinem Besuch in dem Wüstenort Desperation vom "Körperfresser" TAK geradezu besessen, zunehmend in eine Zeichentrick-Landschaft verwandelt wird und die Menschen nach dem Zehn-Kleine-Negerlein-Prinzip auslöscht. Der Roman ist keinesfalls handlungsarm, im Gegenteil, King treibt die Handlung wie in einem bunten Cartoon atemberaubend voran. Dazu passt auch, dass King dem Roman kein metamorphisches Ende wie in "Desperation" verpasst, sondern zügig und mit einem Knalleffekt seine Helden siegen lässt. (Quelle: Marcel Feige, Stephen King Lexikon)

Der Roman als Taschenbuch

 

Qual

Qual ist einer der frühesten Romane Kings, da er diesen bereits 1973 und somit noch vor Carrie verfasste und seiner Mutter widmete. Das Buch orientiert sich an Steinbecks "Von Mäusen und Menschen", das King sehr verehrt und umfasste in seiner Urform 173 Seiten und ca. 50.000 Wörter; jetzt hat es in der englischen Erstausgabe 291 Seiten. Es wurde einst vom Verlag Doubleday abgelehnt, obwohl King gerade mit Carrie einen großen Erfolg hatte.

Inhalt:
Clayton 'Blaze' Blaisdell ist, nachdem er von seinem Vater misshandelt wurde, ein geistig zurückgebliebener Mann, der nach dem Tod seines einzigen Freundes, des Kleinkriminellen George, eine gespaltene Persönlichkeit entwickelt: Sein früherer Partner 'lebt' noch immer in seinem Kopf weiter und führt mit ihm Gespräche. Um an Geld zu kommen, entführt Blaze unter Georges Anweisungen ein Kind, baut aber schnell eine Beziehung zu ihm auf.

Der Roman als Taschenbuch
Hörbuch

 

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